Institut für Erlebnispädagogik (IfEP)

Das Ziel unseres Arbeitsbereichs "Forschung" am Institut für Erlebnispädagogik der Evangelischen Hochschule Hessen besteht darin, wissenschaftliche Praxisforschung an der Schnittstelle von Erlebnispädagogik und Sozialer Arbeit bzw. Religionspädagogik/Theologie zu initiieren, begleiten und durchzuführen.

Im Wesentlichen forschen wir empirisch im Paradigma der qualitativen Sozialforschung. So kennzeichnen der ethnografische Zugang (z.B. durch teilnehmende Beobachtung) bzw. die qualitative Interviewforschung (Expert*innen-Interviews, problemzentrierte Interviews) unseren forschungspraktischen Zugang zum Feld. Ebenso kommen - je nach Forschungsfeld - auch videoethnografische Analysen in Betracht, anhand derer die erlebnispädagogischen Übungen und deren Wirkung auf die Teilnehmenden dokumentiert und analysiert werden können.

Darüber hinaus bieten sich auch quantitative Verfahren, bzw. Mixed-Methods-Designs insbesondere im Rahmen von Evaluationen der Praxisprojekte bei größeren Zielgruppen an. Der empirische Zugang zum Feld ist für uns immer rückgebunden an eine theoretische Reflexion auf Basis von Literaturstudien.

  • seit 2021:"gemEINsam unterWEGs" – Vielfalt leben, Diversität fördern. Kooperationsprojekt zur Förderung von respektvollem Umgang und Toleranz zwischen Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte. Gefördert durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.
  • seit 2018: wissenschaftliche Begleitung des ERASMUS+- Projekts "Treehouse Camps – a method to strengthen key competences and integration in Youth Work"
  • seit 2018: Entwicklung eines Lehrbuchs in der Reihe "Grundwissen Soziale Arbeit" im Kohlhammer-Verlag (Stuttgart) zum Thema "Einführung in die Wildnis- und Er-lebnispädagogik in der Kinder- und Jugendhilfe"
  • seit 2015: Erlebnispädagogik trifft Stottertherapie. Ein qualitatives Forschungsprojekt zum Einsatz erlebnispädagogischer Methoden in einer Stotterintensivtherapiewoche. Drittmittelprojekt finanziert durch die GLS-Treuhand-Stiftung, gemeinsam mit der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich

  • Brüngger, Sam/Westhauser, Stefan/Zimmermann, Germo (2016): Baumhäuser bauen – Vom Kindheitstraum zum erfolgreichen erlebnispädagogischen Konzept. In: Schergen, Peter/Fengler, Janne/Ferstl, Alex (Hrsg.): Erfolgreiche Erlebnispädagogik gestalten! Nachspüren – Querdenken – Mitmachen. Augsburg: ZIEL-Verlag, S. 38-47.
  • Zimmermann, Germo (2016): Erlebnispädagogik als Event? Erlebniswelten, Eventkultur und Edutainment in der Erlebnisgesellschaft, In: Jahrbuch für Pädagogik, Hamburg: Peter Lang, S. 135-145.
  • Zimmermann, Germo (2016): Erlebnispädagogik im christlichen Kontext. In: Karcher, Florian/Zimmermann, Germo (Hrsg.): Handbuch missionarische Jugendarbeit. Neukirchen-Vluyn: Neukirchner-Verlag, S. 510-525.
  • Zimmermann, Germo/Westhauser, Stefan/Widmann, Debora/Kosmehl, Christoph (2016): Baumhäuser als Medium der Erlebnispädagogik, In: e&l (erleben und lernen) – internationale Zeitschrift für handlungsorientiertes Lernen, Jg. 36 (3&4), 48-53.
  • Sam Brüngger, Stefan Westhauser, Germo Zimmermann (2016): Tree Houses and Outdoor Education. The Realization of a Childhood Dream in a Successful Outdoor Educational Concept. In: Journal of the International Coalition of YMCA Universities. Jg. 7 (4) 2016. 7-20
  • Esche, Henry/Zimmermann, Germo (2015): Erlebnispädagogik trifft Stottertherapie. Zur Bedeutung erlebnispädagogischer Aktivitäten in der Logopädie. In: e&l (erleben und lernen) - Internationale Zeitschrift für handlungsorientiertes Lernen. Jg. 35 (5). 20-24
  • Zimmermann, Germo (2015): Outdoor education in a Christian context – Opportunities and challenges.
  • Bous, B, Scholz, M., & Zimmermann G. (Hrsg.) (2022): Ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Aktuelle Forschungsprojekte zum handlungsorientierten Lernen. ZIEL-Verlag.
  • Bous, B, Scholz, M., & Zimmermann G. (2022): Einführung zu diesem Band. Ganzheitliche Bildung mit Kopf, Herz und Hand: Aktuelle Forschungsprojekte zum handlungsorientierten Lernen. In B. Bous, M. Scholz & G. Zimmermann (Hrsg.). Ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Aktuelle Forschungsprojekte zum handlungsorientierten Lernen (S. 5-12). ZIEL-Verlag.
  • Kimpel, M., & Zimmermann, G. (2022): (Un)Doing Gender in der Erlebnispädagogik – Eine qualitative Analyse von Chancen und Grenzen der Erlebnispädagogik für eine genderbewusste Persönlichkeitsentwicklung. In B. Bous, M. Scholz & G. Zimmermann (Hrsg.). Ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Aktuelle Forschungsprojekte zum handlungsorientierten Lernen (S. 54-70). ZIEL-Verlag.
  • Schiller, A., & Zimmermann, G. (2022): „Alleine bauen ist unmöglich“ – Eine explorative Studie zur pädagogischen Wirksamkeit erlebnispädagogischer Baumhauscamps. In B. Bous, M. Scholz & G. Zimmermann (Hrsg.). Ganzheitliches lernen mit Kopf, Herz und Hand. Aktuelle Forschungsprojekte zum handlungsorientierten Lernen (S. 111-125). ZIEL-Verlag.
  • Zimmermann, Germo (2020): Außerschulische Jugendarbeit. Erlebnispädagogik als ChanceIn: Wertestarter (Hrsg.) (2020): Mit christlichen Werten nach vorne, Seiten 30-31.
  • Wiebe, Lilija/Zimmermann, Germo (2020): ANKOMMEN in einer Flu?chtlingsunterkunft.
  • Ein handlungsorientiertes Planspiel zur Entwicklung interkultureller Kompetenzen. In: e&l (erleben und lernen) - Internationale Zeitschrift für handlungsorientiertes Lernen. Jg. 40 (6). 24-27.
  • Zimmermann, Germo (2018): Erlebnispädagogik im christlichen Kontext. Chancen und Herausforderungen für Schule, Gemeindepädagogik und christliche Jugendarbeit. In: e&l (erleben und lernen) - Internationale Zeitschrift für handlungsorientiertes Lernen. Jg. 38 (6). 6-9.

  • Zimmermann, G. (2018, Oktober): Jugend- und Freizeitpädagogik in der Lehre. Gehalten auf der Fachkreis Kinder-und Jugendfreizeiten der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej), Kassel.
  • Brüngger, S., Westhauser, S., & Zimmermann, G. (2016, Oktober): Das Baumhauscamp – Erlebnispädagogik ganzheitlich gestalten. Vortrag gehalten beim Internationalen Kongress erleben & lernen, Universität Augsburg.
  • Esche, H. (2015, November): Erlebnispädagogik als Sozialtherapie. Vortrag gehalten auf dem Symposium der IB Medizinische Akademie für Logopädie, Freiburg.
  • Westhauser, S., & Zimmermann, G. (2015, Juni): Glauben (lernen) in der Erlebnispädagogik. Vortrag und Podiumsdiskussion gehalten/geleitet auf dem 35. Deutschen Evangelischen Kirchentag, Stuttgart.

Kontakt

Prof. Dr. Germo Zimmermann
germo.zimmermannping@eh-hessenpong.de
06151 8798-417

Interessiert?

Das Institut für Erlebnispädagogik bietet zertifizierte Weiterbildungen, die Kopf, Herz und Hand bewegen.

Alle Infos unter ifep.campus-lll.de


Aus dem Institut


Hochschulkooperation mit der HfH Zürich unterstützt Stottertherapie

StotterChamp: Erlebnispädagogik und Stottertherapie im Zusammenspiel

(22.07.2026) Das Forschungsinstitut für Erlebnispädagogik der Evangelischen Hochschule Hessen kooperiert weiterhin mit der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich im Rahmen des StotterChamps. Das Therapiecamp richtet sich an stotternde Jugendliche und verbindet sprachtherapeutische Angebote mit erlebnispädagogischen Aktivitäten. Fachlich knüpft das Konzept unter anderem an den Non-Avoidance-Ansatz der Stottertherapie an, der mit der Leitidee „Nicht vermeiden – Stottern zeigen“ verbunden ist. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die Veränderung des Sprechens, sondern auch die Auseinandersetzung mit Angst, Vermeidungsverhalten, Selbstbild und sozialer Teilhabe. Jugendliche werden ermutigt, sich in einem geschützten Gruppenkontext mit ihrem Stottern zu zeigen, eigene Symptome bewusster wahrzunehmen, neue Formen des Umgangs mit Sprechblockaden zu erproben und sprechtechnische Erfahrungen zu sammeln.

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    Erfahrungslernen als Brücke zwischen Therapie und Alltag

    Die erlebnispädagogischen Elemente des Camps eröffnen Erfahrungsräume, in denen therapeutische Themen handlungsorientiert bearbeitet und in konkrete Situationen übersetzt werden können. Kooperationsübungen, Outdoor-Aufgaben, Bogenschießen oder herausfordernde Alltagssituationen schaffen reale Kommunikationsanlässe und ermöglichen Erfahrungen von Selbstwirksamkeit, Gruppenzugehörigkeit und Mut. Besonders das Bogenschießen verdeutlicht die Verbindung von körperlicher Erfahrung und sprachtherapeutischer Reflexion: Atmung, Spannung, Loslassen, Technik, Konzentration und Zielorientierung lassen sich unmittelbar mit Erfahrungen beim Sprechen und Stottern in Beziehung setzen. So wird Erlebnispädagogik zu einem Transfermedium: Therapeutische Inhalte bleiben nicht im Übungsraum, sondern werden handelnd erprobt, körperlich erfahren, gemeinsam reflektiert und auf alltägliche Kommunikationssituationen bezogen. „Wir schätzen die Kooperation mit der EHH sehr. Für das Projekt mit dieser im deutschsprachigen Raum einzigartigen Kombination von Erlebnispädagogik und Sprachtherapie ist die Fachexpertise der EHH fundamental und ein prägender Erfolgsfaktor sowohl für das Therapieangebot für Jugendliche als auch für die Ausbildung der angehenden Logopäd:innen. Im Bereich des sprachtherapeutischen Bogenschießens konnten empirisch gestützte Vorgehensweisen dank der Kooperation entwickelt werden“, sagt Prof. Wolfgang Braun von der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich.

    Transfer erlebnispädagogischer Expertise in die Praxis

    Für das Forschungsinstitut für Erlebnispädagogik ist die Kooperation mit dem StotterChamp ein Beispiel dafür, wie erlebnispädagogische Konzepte in spezialisierten pädagogisch-therapeutischen Handlungsfeldern wirksam eingebracht werden können. Im Mittelpunkt steht dabei der Transfer wissenschaftlich fundierter erlebnispädagogischer Ansätze in professionelle Praxis. Erlebnispädagogische Fachkräfte unterstützen vor Ort dabei, Aktivitäten so zu gestalten, dass sie mit sprachtherapeutischen Zielsetzungen verknüpft, pädagogisch verantwortet und anschließend reflektiert werden können. Zugleich entsteht ein Lernfeld, in dem Fachkräfte und Studierende erleben, wie Theorie, therapeutisches Handeln und Erfahrungslernen ineinandergreifen. „Ich freue mich sehr über die Zusammenarbeit der letzten Jahre mit der HfH Zürich und dem StotterChamp. Dieses Projekt zeigt eindrücklich, wie Erlebnispädagogik Jugendliche darin unterstützen kann, neue Erfahrungen mit sich selbst, mit anderen und mit dem eigenen Sprechen zu machen. Für die weitere Arbeit wünsche ich allen Beteiligten weiterhin viel Erfolg und den Jugendlichen stärkende, mutmachende Erfahrungen“, sagt Prof. Dr. Germo Zimmermann, Direktor des Forschungsinstituts für Erlebnispädagogik der Evangelischen Hochschule Hessen.

    Zu den Seiten des StotterChamps der HfH Zürich