Institut für Erlebnispädagogik (IfEP)

Über das IfEP

Das Institut für Erlebnispädagogik (IfEP) der Evangelischen Hochschule Hessen (EHH) erforscht, entwickelt und reflektiert erlebnispädagogisches Handeln an der Schnittstelle von Sozialer Arbeit, Religionspädagogik und Theologie. Unsere Forschung ist interdisziplinär angelegt und folgt überwiegend einem qualitativen, in Evaluationsvorhaben auch einem Mixed-Methods-Zugang – von der ethnografischen Feldforschung über Expert:inneninterviews bis zur quantitativen Analyse erlebnispädagogischer Praxis. Der empirische Zugang zum Feld bleibt dabei stets rückgebunden an eine theoretische Reflexion auf Basis wissenschaftlicher Fachliteratur.

Unser Verständnis von Erlebnispädagogik

„Wildnis- und Erlebnispädagogik umfasst die Theorie und Praxis des bewegten und handlungsorientierten Lernens durch erlebnisintensive, nicht alltägliche und herausfordernde Situationen in ursprünglichen und möglichst unbeeinflussten Naturräumen („Wildnis"). Das naturbezogene, ganzheitliche Erziehungs- und Bildungskonzept zielt darauf ab, dass Menschen durch die Reflexion primärer, sinnlicher Erfahrungen ihre individuellen Sozial- und Selbstkompetenzen stärken und auf diese Weise zu einer selbstbestimmten und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit reifen, die ihr Umfeld und die Natur eigenverantwortlich und nachhaltig mitgestaltet.“

Wissenschaftlich fundiert die Praxis gestalten

Unsere wissenschaftliche Arbeit ist eng mit der Praxis verzahnt. Gemeinsam mit der Campus 3L Akademie in Darmstadt bieten wir die nach be-Standards zertifizierte Weiterbildung „Wildnis- und Erlebnispädagogik“ an, entwickeln diese wissenschaftlich fundiert weiter und überführen sie in ein hochschulisch anschlussfähiges Certificate of Advanced Studies (CAS). Für Studierende ist die Weiterbildung bereits heute im Wahlmodul W14 „Wildnis- und Erlebnispädagogik“ vollständig auf das Studium anrechenbar.

Kontakt

Prof. Dr. Germo Zimmermann
Direktor des Instituts für Erlebnispädagogik
germo.zimmermannping@eh-hessenpong.de
06151 8798-417

Porträt Prof. Dr. Germo Zimmermann

„Seit mehr als 15 Jahren verbinden wir am Institut Erlebnispädagogik mit wissenschaftlicher Forschung – von der Begleitung stotternder Jugendlicher über internationale Jugendarbeit bis zu unserer aktuellen Studie zur Professionalisierung in der Kinder- und Jugendhilfe. Was uns dabei all die Jahre trägt, ist die enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis: Wir wollen nicht nur erforschen, was wirkt, sondern das Gelernte dahin zurückbringen, wo es gebraucht wird."

Interessiert?

Das Institut für Erlebnispädagogik bietet zertifizierte Weiterbildungen, die Kopf, Herz und Hand bewegen.

Alle Infos unter ifep.campus-lll.de

 

Forschungsprojekte

Unsere Forschung untersucht, wie sich erlebnispädagogisches Handeln in ganz unterschiedlichen Praxisfeldern entfaltet und wirkt – von der Professionalisierung von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe über die hochschulische Verankerung bestehender Weiterbildungsformate bis hin zur internationalen Jugendarbeit und der Logopädie. 

Explorative Begleitforschung zu Kompetenzentwicklungen von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe im Projekt „Jugendhilfe im Wald". 

Die Studie untersucht mittels eines konvergenten Mixed-Methods-Designs (Prä-Post-Befragung, Expert:inneninterviews), wie sich Selbstwirksamkeit, Handlungssicherheit und reflexive Kompetenz von Fachkräften im Verlauf einer mehrmonatigen Wildnis- und Erlebnispädagogik-Weiterbildung entwickeln.

Förderung: Gefördert durch das Service-Center Forschung der EHH.

Das Transferprojekt dient der systematischen Weiterentwicklung der Weiterbildung „Wildnis- und Erlebnispädagogik“ der Campus 3L Akademie zu einem wissenschaftlich fundierten und hochschulisch anschlussfähigen Certificate of Advanced Studies (CAS).

Das Projekt wird in Kooperation zwischen der Evangelischen Hochschule Hessen (EHH) und Campus 3L durchgeführt.

Förderung: Gefördert durch das Service-Center Forschung der EHH.
 

Baumhauscamps sind eine seit rund 20 Jahren in der Jugendarbeit erprobte erlebnispädagogische Methode. Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden über einen Zeitraum von zehn bis vierzehn Tagen vollständig bewohnbare Baumhäuser errichtet. Die dabei entstehenden körperlichen, psychischen und sozialen Herausforderungen eröffnen vielfältige Lern- und Entwicklungsprozesse und können insbesondere die Persönlichkeitsentwicklung sowie die Integration junger Menschen fördern.

Auf Grundlage explorativer Expert:inneninterviews mit 14 erfahrenen Baumhauscamp-Verantwortlichen aus der Schweiz, den Niederlanden und Deutschland wurden die pädagogische Wirksamkeit, Sicherheitsanforderungen und förderliche Rahmenbedingungen der Methode systematisch rekonstruiert.

Drittmittelförderung: ERASMUS+

 

Qualitatives Forschungsprojekt zum Einsatz erlebnispädagogischer Methoden in der Stotterintensivtherapiewoche „Stotterchamp“ am Bodensee.

Seit 2015 kombiniert das Institut in Kooperation mit der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) Zürich sprachtherapeutische Methoden der Stotter- und Sprechmodifikation mit erlebnispädagogischen Aktivitäten wie Niedrigseilgarten, Baumhausbau sowie Wasser- und Nachtaktivitäten.

Unter dem Leitgedanken „Nicht vermeiden – Stottern zeigen“ sollen Jugendliche durch aktives Handeln in der Natur Selbstwirksamkeit erfahren, Ängste abbauen und einen neuen Umgang mit ihrer Kommunikationsstörung entwickeln. Zugleich dient das Camp als projektorientierte Lehrveranstaltung für Studierende der Logopädie.

Drittmittelförderung: GLS Treuhand


Publikationen

Unsere Forschungs- und Transferarbeit fließt kontinuierlich in wissenschaftliche und praxisorientierte Fachpublikationen ein. Die Veröffentlichungen reichen von Studien zu Baumhauscamps und zur Verbindung von Erlebnispädagogik und Logopädie bis hin zu Beiträgen über Wildnis- und Erlebnispädagogik, Hochschullehre, Spiritualität und handlungsorientiertes Lernen.

In Vorbereitung

Zimmermann, G., Widmann, D., Reese, E. (i.V.): Wildnis-und Erlebnispädagogik. Eine systematische Einführung. Stuttgart: Kohlhammer.

Zimmermann, Germo (i. V.): Themenzentrierte Interaktion (TZI) nach Ruth Charlotte Cohn – Ein Leitungs- und Reflexionsmodell für die Erlebnispädagogik. In: Storck, Christina / Michl, Werner / Fengler, Janne (Hrsg.): Erlebnispädagogik: Theorien für die Praxis. Beltz.

Zimmermann, Germo (i. V.): Spiritualität und Religion in der Erlebnispädagogik. In: Fengler, Janne / Michl, Werner (Hrsg.): Enzyklopädie Erziehungswissenschaft Online (EEO), Fachgebiet Erlebnispädagogik. Weinheim: Beltz.

Veröffentlichungen

Zimmermann, G. (2023): Monk Mode – Ora et labora. In: I. Müller (Hrsg.), Gemeinsam Abenteuer erleben. 62 Mikroabenteuer für Gruppen, Familien und Mentoren (S. 86–89). Born-Verlag.

Willer-Wiebe, L., & Zimmermann, G. (2023): Serious Games in der Hochschullehre: Das interkulturelle Planspiel „ANKOMMEN“. In: Die neue Hochschule, Heft 6/2023, S. 20–22.

Bous, B., Scholz, M., & Zimmermann, G. (Hrsg.) (2022): Ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Aktuelle Forschungsprojekte zum handlungsorientierten Lernen. ZIEL-Verlag.

Bous, B., Scholz, M., & Zimmermann, G. (2022): Einführung zu diesem Band. Ganzheitliche Bildung mit Kopf, Herz und Hand: Aktuelle Forschungsprojekte zum handlungsorientierten Lernen. In: B. Bous, M. Scholz & G. Zimmermann (Hrsg.), Ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Aktuelle Forschungsprojekte zum handlungsorientierten Lernen (S. 5–12). ZIEL-Verlag.

Kimpel, M., & Zimmermann, G. (2022): (Un)Doing Gender in der Erlebnispädagogik – Eine qualitative Analyse von Chancen und Grenzen der Erlebnispädagogik für eine genderbewusste Persönlichkeitsentwicklung. In: B. Bous, M. Scholz & G. Zimmermann (Hrsg.), Ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Aktuelle Forschungsprojekte zum handlungsorientierten Lernen (S. 54–70). ZIEL-Verlag.

Schiller, A., & Zimmermann, G. (2022): „Alleine bauen ist unmöglich“ – Eine explorative Studie zur pädagogischen Wirksamkeit erlebnispädagogischer Baumhauscamps. In: B. Bous, M. Scholz & G. Zimmermann (Hrsg.), Ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Aktuelle Forschungsprojekte zum handlungsorientierten Lernen (S. 111–125). ZIEL-Verlag.

Wiebe, L., & Zimmermann, G. (2020): ANKOMMEN in einer Flüchtlingsunterkunft. Ein handlungsorientiertes Planspiel zur Entwicklung interkultureller Kompetenzen. In: e&l (erleben und lernen) – Internationale Zeitschrift für handlungsorientiertes Lernen, 40 (6), S. 24–27.

Zimmermann, G. (2020): Außerschulische Jugendarbeit. Erlebnispädagogik als Chance. In: Wertestarter (Hrsg.), Mit christlichen Werten nach vorne (S. 30–31).

Zimmermann, G. (2018): Erlebnispädagogik im christlichen Kontext. Chancen und Herausforderungen für Schule, Gemeindepädagogik und christliche Jugendarbeit. In: e&l (erleben und lernen) – Internationale Zeitschrift für handlungsorientiertes Lernen, 38 (6), S. 6–9.

Brüngger, S., Westhauser, S., & Zimmermann, G. (2016): Baumhäuser bauen – Vom Kindheitstraum zum erfolgreichen erlebnispädagogischen Konzept. In: P. Schergen, J. Fengler & A. Ferstl (Hrsg.), Erfolgreiche Erlebnispädagogik gestalten! Nachspüren – Querdenken – Mitmachen (S. 38–47). Augsburg: ZIEL-Verlag.

Brüngger, S., Westhauser, S., & Zimmermann, G. (2016): Tree Houses and Outdoor Education. The Realization of a Childhood Dream in a Successful Outdoor Educational Concept. In: Journal of the International Coalition of YMCA Universities, 7 (4), S. 7–20.

Zimmermann, G. (2016): Erlebnispädagogik als Event? Erlebniswelten, Eventkultur und Edutainment in der Erlebnisgesellschaft. In: Jahrbuch für Pädagogik (S. 135–145). Hamburg: Peter Lang.

Zimmermann, G. (2016): Erlebnispädagogik im christlichen Kontext. In: F. Karcher & G. Zimmermann (Hrsg.), Handbuch missionarische Jugendarbeit (S. 510–525). Neukirchen-Vluyn: Neukirchner-Verlag.

Zimmermann, G., Westhauser, S., Widmann, D., & Kosmehl, C. (2016): Baumhäuser als Medium der Erlebnispädagogik. In: e&l (erleben und lernen) – Internationale Zeitschrift für handlungsorientiertes Lernen, 36 (3&4), S. 48–53.

Esche, H., & Zimmermann, G. (2015): Erlebnispädagogik trifft Stottertherapie. Zur Bedeutung erlebnispädagogischer Aktivitäten in der Logopädie. In: e&l (erleben und lernen) – Internationale Zeitschrift für handlungsorientiertes Lernen, 35 (5), S. 20–24.

Zimmermann, G. (2015): Outdoor education in a Christian context – Opportunities and challenges. In: Journal of the International Coalition of YMCA Universities. Jg. 5 (3). 6–31.


Vorträge und Poster-Präsentationen

Unsere Forschungs- und Transferarbeit wird regelmäßig auf wissenschaftlichen Tagungen, Fachveranstaltungen und Hochschulforen vorgestellt und zur Diskussion gestellt.

In Vorträgen und Poster-Präsentationen geben wir Einblicke in laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte, stellen empirische Ergebnisse vor und bringen unsere Perspektiven auf Erlebnispädagogik, Professionalisierung und handlungsorientiertes Lernen in den fachlichen Diskurs ein.

  • Zimmermann, G. (2026, September): Professionalisierung durch Erlebnispädagogik? Explorative Begleitforschung zu Kompetenzentwicklungen von Fachkräften in der Kinder- und Jugendhilfe im Projekt „Jugendhilfe im Wald“ – Poster, SAXION Hogeschool.
  • Zimmermann, G. (2018, Oktober): Jugend- und Freizeitpädagogik in der Lehre. Gehalten auf der Fachkreis Kinder-und Jugendfreizeiten der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej), Kassel.
  • Zimmermann (2017, August): Erlebnispädagogik als Methode der präzisen Beobachtung von Welt – Sommeruniversität Erlebnistage, Braunlage.
  • Braun, W., & Zimmermann, G. (2017): Erlebnispädagogik trifft Stottertherapie – Poster, Universität Augsburg.
  • Brüngger, S., Westhauser, S., & Zimmermann, G. (2016, Oktober): Das Baumhauscamp – Erlebnispädagogik ganzheitlich gestalten. Vortrag gehalten beim Internationalen Kongress erleben & lernen, Universität Augsburg.
  • Esche, H. (2015, November): Erlebnispädagogik als Sozialtherapie. Vortrag gehalten auf dem Symposium der IB Medizinische Akademie für Logopädie, Freiburg.
  • Westhauser, S., & Zimmermann, G. (2015, Juni): Glauben (lernen) in der Erlebnispädagogik. Vortrag und Podiumsdiskussion gehalten/geleitet auf dem 35. Deutschen Evangelischen Kirchentag, Stuttgart.
     

Betreute Abschlussarbeiten

Auch studentische Abschlussarbeiten leisten einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Erlebnispädagogik und angrenzenden Handlungsfeldern. Im Umfeld des Instituts entstehen Bachelor- und weitere Qualifikationsarbeiten, die aktuelle Fragestellungen aufgreifen, theoretische Perspektiven mit empirischen Zugängen verbinden und neue Impulse für Forschung und Praxis geben. Die folgende Übersicht dokumentiert ausgewählte Abschlussarbeiten, die am Institut betreut oder in engem fachlichem Bezug zu dessen Arbeitsfeldern entstanden sind.

Sie möchten eine Abschlussarbeit im Themenfeld „Erlebnispädagogik“ schreiben? Dann melden Sie sich gerne bei uns: germo.zimmermannping@eh-hessenpong.de

Hülse, A. (2025): Erlebnispädagogik im Kontext pfadfinderischer Arbeit – Chancen und Grenzen für eine konzeptionelle Weiterentwicklung der pfadfinderischen Arbeit in der Heliand-Pfadfinderschaft mithilfe erlebnispädagogischer Prinzipien. Bachelorarbeit im Studiengang Gemeinde- und Religionspädagogik/Soziale Arbeit der CVJM-Hochschule.

Bastam, K. (2024): Erlebnispädagogik im Kontext der Seminararbeit im Freiwilligendienst. Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes am Beispiel des CVJM Deutschland. Bachelorarbeit im Studiengang Soziale Arbeit (berufsbegleitend) der CVJM-Hochschule.

Soter, A. (2024): Die Komfortzone des Vertrauens erweitern?! Chancen und Grenzen des erlebnispädagogischen Kletterns mit Kindern und Jugendlichen. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit der CVJM-Hochschule.

Unrau, M. (2024): Erlebnispädagogik als Mittel zur Wertevermittlung und -entwicklung. Bachelorarbeit im Studiengang Soziale Arbeit (Online) der CVJM-Hochschule.

Diestel, S. (2023): Erlebnispädagogik und Pfadfinderarbeit. Eine Analyse der pädagogischen Konzeption des Bundes der Pfadfinderinnen und Pfadfinder anhand des Bildungs- und Erziehungskonzepts nach Paffrath. Bachelorarbeit im Studiengang Soziale Arbeit (Online) der CVJM-Hochschule.

Möhwald, F. (2023): Konzeptentwicklung zur altersgerechten Reflexion von Prozessen bei erlebnispädagogischen Angeboten mit Kindern. Bachelorarbeit im Studiengang Soziale Arbeit (berufsbegleitend) der CVJM-Hochschule.

Otte, M. (2023): TrainerInnen von der Straße – ein erlebnispädagogisches Trainingskonzept mit und für obdachlose Menschen. Bachelorarbeit im Studiengang Religions-, Gemeindepädagogik und Soziale Arbeit der CVJM-Hochschule.

Wagner, L. (2023): Erlebnispädagogisches Klettern in der stationären Suchttherapie. Eine qualitative Studie aus der Sicht von Expert*innen. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit der CVJM-Hochschule.

Kath, D. (2022): Chancen und Grenzen der Methode erlebnispädagogisches Bogenschießen mit jugendlichen Straftätern. Bachelorarbeit im Studiengang Soziale Arbeit und Gemeinde- und Religionspädagogik der CVJM-Hochschule.

Lierk, S. (2022): Erlebnispädagogik an Schulen. Ein Konzept einer dreitägigen Fortbildung für Lehrer*innen. Bachelorarbeit im Studiengang Gemeinde- und Religionspädagogik/Soziale Arbeit (integrativ) der CVJM-Hochschule.

Block, O. (2021): Scale of Cooperation – Teambuilding im Kontext der Erlebnispädagogik. Eine explorative Studie. Anwendung der Scale of Cooperation in der Erlebnispädagogik. Bachelorarbeit im Studiengang Religions-/Gemeindepädagogik und Soziale Arbeit der CVJM-Hochschule.

Frost, T. (2020): Vollkontakt! Außergewöhnliche Zeiten erfordern ein außergewöhnliches Umfeld. Erlebnispädagogik und Rugby als Methode der Gewaltprävention. Bachelorarbeit im Studiengang Soziale Arbeit und Gemeinde- und Religionspädagogik der CVJM-Hochschule.

Straßheim, C. (2017): Outdoor-Expeditionen als Methode der Erlebnispädagogik. Eine Konzeption für Schulklassen. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit der CVJM-Hochschule.

Bauer, S. (2016): Mountainbiking in der Erlebnispädagogik. Chancen und Herausforderungen im Kontext der Intensiven Sozialpädagogischen Einzelbetreuung (ISE). Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit integrativ der CVJM-Hochschule.

Friede, T. (2016): Soziale Trainingskurse und Erlebnispädagogik. Ein erlebnisorientierter Zugang für die Arbeit mit delinquenten Jugendlichen. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit der CVJM-Hochschule.

Holz, S. (2016): Outdoor-Cooking als Methode der Erlebnispädagogik. Erlebnispädagogisches Kochen im Kontext des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit der CVJM-Hochschule.

Ickler, T. (2016): Erlebnispädagogik als katechetische Herausforderung. Konzeption eines erlebnispädagogischen Glaubenskurses. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit integrativ der CVJM-Hochschule.

Ossenberg-Engels, D. (2016): Baumhauscamp & Erlebnispädagogik. Grundlage, pädagogische Lernfelder & Konzeption. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit integrativ der CVJM-Hochschule.

Schnaubelt, J. (2016): Erlebnispädagogik in 45 Minuten?! Eine pädagogische Handlungsmethode im Arbeitsfeld der Schulsozialarbeit. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit der CVJM-Hochschule.

Wendel, N. (2016): Erlebnispädagogik im christlichen Kontext. Chancen und Grenzen der Handlungsmethode Erlebnispädagogik in der Konfirmandenarbeit. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit der CVJM-Hochschule.

Widmann, D. (2016): Baumhauscamps als Methode der Erlebnispädagogik. Konzeptionsentwicklung einer qualifizierten Weiterbildung. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit integrativ der CVJM-Hochschule.

Brakhage, T. (2015): Erlebnispädagogik und intensiv sozialpädagogische Einzelbetreuung im Kontext der Jugendhilfe. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit integrativ der CVJM-Hochschule.

Drogat, A. (2015): Sehnsucht nach Erleben. Möglichkeiten der Erlebnispädagogik in der Suchtprävention mit männlichen Jugendlichen. Bachelorarbeit im Studiengang Soziale Arbeit (Online) der CVJM-Hochschule.

Frahm, T. (2015): Intuitives Bogenschießen als Methode des handlungs- und erfahrungsorientierten Lernens – Pädagogische Ansätze zur Förderung der Konzentrationsfähigkeit Jugendlicher in der Sozialen Arbeit. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit integrativ der CVJM-Hochschule.

Kosmehl, C. (2015): Suchttherapeutische Effekte erlebnispädagogischer Maßnahmen. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit integrativ der CVJM-Hochschule.

Mestanli, F. (2014): Erlebnispädagogik im Kontext krebskranker Jugendlicher. Möglichkeiten und Grenzen. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit integrativ der CVJM-Hochschule.

Rogge, M. (2014): Schulbezogene Erlebnispädagogik. Chancen und Grenzen von Rollenspielen. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik und Soziale Arbeit integrativ der CVJM-Hochschule.

Esche, H. (2013): Welche sozialen Auswirkungen bringt die Redeflussstörung „Stottern“ mit sich, und inwieweit kann die Erlebnispädagogik einen Therapieansatz zur Behandlung darstellen? Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik, Soziale Arbeit integrativ der CVJM-Hochschule.

Kursch, S. (2013): Menschenbildkonzepte in der Erlebnispädagogik – eine vergleichende Rekonstruktion am Beispiel von zwei Anbietern. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik/Soziale Arbeit integrativ der CVJM-Hochschule.

Orizaris, K. (2013): Emanzipatorische Männerarbeit und Erlebnispädagogik. Perspektiven im Horizont christlicher Anthropologie. Religions- und Gemeindepädagogik, Soziale Arbeit integrativ der CVJM-Hochschule.

Zeitz, K. (2013): Erlebnispädagogik im Horizont der Kommunikationstheorie Friedemann Schulz von Thuns. Bachelorarbeit im Studiengang Religions- und Gemeindepädagogik, Soziale Arbeit integrativ der CVJM-Hochschule.


Aktuelles aus dem Institut


EHH bringt Forschung zur Erlebnispädagogik in internationalen Fachdiskurs ein

Das Institut für Erlebnispädagogik (IfEP) der Evangelischen Hochschule Hessen hat seine aktuelle Forschung zur Professionalisierung von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe auf der 6. Wissenschaftlichen Tagung Erlebnispädagogik an der Saxion University of Applied Sciences in Enschede vorgestellt. Damit brachte sich die EHH mit einem laufenden Forschungsprojekt in den wissenschaftlichen Austausch über aktuelle Entwicklungen und Forschungsfragen der Erlebnispädagogik ein. Am 24. und 25. September 2026 kamen in Enschede Forschende und Fachvertreter:innen der Erlebnispädagogik zusammen. Die Tagung stand unter dem Motto „Veränderung!“ und beschäftigte sich damit, wie Veränderungsprozesse durch Erlebnispädagogik initiiert, begleitet, erforscht und reflektiert werden können. Das wissenschaftliche Programm spiegelte die Bandbreite aktueller Forschungsfragen wider. Zum Auftakt thematisierten Ralf Klausering, Joachim Klein und Ute Thaleikis-Carstensen in einem Impulsvortrag traumasensible Erlebnis- und Pädagogik in der Jugendhilfe. Weitere Beiträge beschäftigten sich unter anderem mit Nachhaltigkeit, Professionalisierung, psychologischer Sicherheit und Selbstwirksamkeit. Am zweiten Tag standen unter anderem gesellschaftliche Transformation, Achtsamkeit sowie individuelle Transformationsprozesse in der erlebnispädagogischen Hochschullehre im Mittelpunkt. Das IfEP war mit dem Forschungsprojekt „Professionalisierung durch Erlebnispädagogik?“ vertreten. Im Rahmen der Postersession präsentierte Institutsleiter Prof. Dr. Germo Zimmermann die wissenschaftliche Begleitforschung zum Projekt und stellte Forschungsdesign sowie erste Ergebnisse der Baseline-Erhebung zur Diskussion.

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  • Prof. Zimmermann beim Vortrag
  • Blick aufs Podium
  • Tagungsgelände

    Wie verändert Weiterbildung professionelles Handeln?

    Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, wie sich Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe durch eine mehrmonatige wildnis- und erlebnispädagogische Weiterbildung professionalisieren. Während die Wirkungen erlebnispädagogischer Angebote auf junge Menschen bereits vielfach untersucht wurden, gibt es bislang nur wenig empirische Forschung dazu, wie sich die professionellen Kompetenzen der Fachkräfte selbst entwickeln. Untersucht wird die Weiterbildung „Wildnis- und Erlebnispädagogik in der Kinder- und Jugendhilfe“, die vom IfEP gemeinsam mit Campus 3L und acht diakonischen Praxispartnern durchgeführt wird. Sie umfasst fünf Module mit insgesamt 24 Seminartagen sowie Hospitation, Praxisprojekt und schriftliche Selbstreflexion. An der Begleitstudie nehmen 18 Personen aus unterschiedlichen Arbeits- und Ausbildungsfeldern teil. Methodisch folgt das Projekt einem konvergenten Mixed-Methods-Design. Quantitative Prä-Post-Befragungen werden mit Expert:inneninterviews, schriftlichen Selbstreflexionen und offenen Befragungsdaten verbunden. Untersucht werden unter anderem Selbstwirksamkeit, Handlungssicherheit, Methoden- und Planungskompetenz, Sicherheits- und Risikokompetenz sowie Reflexion und Transfer.

    Erste Befunde aus der Baseline-Erhebung

    In Enschede wurden erstmals Ergebnisse der im August 2026 durchgeführten Baseline-Erhebung vorgestellt. Die Ausgangsdaten zeigen eine Gruppe mit ausgeprägter ethisch-reflexiver Grundhaltung und hoher Motivation, das Gelernte in die eigene berufliche Praxis zu übertragen. Vergleichsweise niedriger fallen die Selbsteinschätzungen im Bereich der Sicherheits- und Risikokompetenz aus – und damit in einem Feld, das im weiteren Verlauf der Weiterbildung gezielt bearbeitet wird. Auch die offenen Antworten bestätigen dieses Bild: Als persönliche Ziele nennen die Teilnehmenden vor allem die Erweiterung ihres Methodenrepertoires, mehr Handlungssicherheit in der pädagogischen Praxis sowie persönliches Wachstum durch herausfordernde Erfahrungen.

    Professionalisierung als Thema der Tagung

    Die Fragestellung des EHH-Projekts fügte sich unmittelbar in den thematischen Schwerpunkt der Tagung ein. Mehrere Beiträge nahmen professionelle Entwicklungs- und Veränderungsprozesse in den Blick. Jochen Hotstegs diskutierte beispielsweise unter dem Titel „Zwischen Aufbruch und Unschärfe“ die Professionsentwicklung und Anforderungen der Erlebnistherapie in Deutschland. In der Postersession wurden neben dem EHH-Projekt unter anderem Arbeiten zur Entwicklung eines berufsbegleitenden Masterstudiengangs, zur Selbstwirksamkeit und Prozesslogik erlebnispädagogischer Angebote sowie zu Veränderung durch Erleben vorgestellt. Am zweiten Tag untersuchte Silvio Kendlbacher individuelle Transformationsprozesse in der Hochschullehre und die Rolle von Erfahrung, Reflexion und Selbstwirksamkeit. Damit bot die Tagung einen geeigneten Rahmen, um die Frage nach der Professionalisierung von Fachkräften nicht isoliert, sondern im Kontext einer breiteren wissenschaftlichen Diskussion über Veränderung, Reflexion, Selbstwirksamkeit und professionelles Handeln zu betrachten.

    EHH verbindet Forschung und Praxis

    Mit dem Projekt setzt das Institut für Erlebnispädagogik sein Profil einer eng mit der Praxis verzahnten Forschung fort. Das IfEP erforscht, entwickelt und reflektiert erlebnispädagogisches Handeln an der Schnittstelle von Sozialer Arbeit, Religionspädagogik und Theologie und verbindet empirische Forschung mit theoretischer Reflexion und dem Transfer in pädagogische Praxisfelder. Die Präsentation in Enschede bot die Möglichkeit, Forschungsdesign und erste Befunde mit Kolleg:innen aus der Erlebnispädagogik-Forschung zu diskutieren und Impulse aus anderen Forschungsprojekten für die weitere Arbeit aufzunehmen. Zugleich zeigt die Beteiligung an der Wissenschaftlichen Tagung Erlebnispädagogik, wie sich die EHH über ihre Forschungsinstitute in den wissenschaftlichen Austausch einbringt und Forschung, Lehre und Praxis miteinander verbindet.


    Drei neue Kurse in Wildnis- und Erlebnispädagogik gestartet

    In diesem Sommer sind drei neue Kurse der Weiterbildung „Wildnis- und Erlebnispädagogik“ gestartet. Die Evangelische Hochschule Hessen (EHH) gestaltet die Weiterbildungen über ihr Institut für Erlebnispädagogik (IfEP) in Kooperation mit der Campus 3L Akademie. Damit verbindet die Hochschule wissenschaftliche Fundierung, berufliche Weiterbildung und Hochschullehre in einem gemeinsamen erlebnispädagogischen Angebot.

    Seminargruppe im Wald
    Beim Outdoor-Cooking // Theorie und Geschichte der Erlebnispädagogik studieren, Fotos: Debora Widmann
    Kessel auf einem Holzfeuer

    Handlungsorientiertes Lernen für die pädagogische Praxis

    Wildnis- und Erlebnispädagogik eröffnet Lern- und Entwicklungsräume, in denen Menschen durch eigenes Handeln, unmittelbare Erfahrungen und deren Reflexion neue Perspektiven auf sich selbst, auf andere und auf ihre Umwelt gewinnen. Das Institut für Erlebnispädagogik der EHH erforscht und entwickelt diesen Ansatz an der Schnittstelle von Sozialer Arbeit, Religionspädagogik und Theologie. 

    In der Weiterbildung wird dieser Ansatz praktisch erprobt und fachlich reflektiert. Zu den Inhalten gehören unter anderem Baumklettern und Sicherungstechniken, Kanufahren, Outdoor Cooking, Wildnistechniken und kooperative Abenteuerübungen. Im Zentrum steht die Frage, wie solche handlungsorientierten Methoden professionell geplant, pädagogisch begleitet und für Bildungs- und Entwicklungsprozesse fruchtbar gemacht werden können.

    Die Weiterbildung richtet sich damit insbesondere an Fachkräfte, die handlungsorientierte Ansätze in unterschiedlichen Arbeitsfeldern einsetzen möchten: in der Kinder- und Jugendhilfe, der Offenen Tür-Arbeit, in (konfessionellen) Jugendverbänden, in der Erwachsenenbildung oder in den Freiwilligendiensten.

    Wissenschaftliche Fundierung trifft berufliche Erfahrung

    Die wissenschaftliche Verantwortung auf Seiten der EHH liegt bei Prof. Dr. Germo Zimmermann, Direktor des Instituts für Erlebnispädagogik. Er verantwortet die wissenschaftliche Fundierung der Weiterbildung und vermittelt unter anderem historische, theoretische und konzeptionelle Grundlagen der Wildnis- und Erlebnispädagogik. Das IfEP begleitet und entwickelt die Weiterbildung zugleich wissenschaftlich weiter. Eine besondere Verbindung von Hochschullehre und Weiterbildung entsteht dort, wo Studierende und bereits berufserfahrene Fachkräfte gemeinsam lernen. Studierende bringen ihre im Studium erworbenen Perspektiven ein, während Fachkräfte Erfahrungen und Fragestellungen aus ihren jeweiligen Praxisfeldern beisteuern. Erlebnispädagogisches Handeln wird so nicht nur praktisch erprobt, sondern im Austausch unterschiedlicher professioneller Perspektiven reflektiert.

    Erlebnispädagogik im Studium der EHH

    Auch curricular ist die Weiterbildung mit dem Studium an der EHH verbunden. B.A.-Studierende können sie über das Wahlmodul W14 „Wildnis- und Erlebnispädagogik“ belegen. Das Modul kann im Studiengang B.A. Soziale Arbeit auf das Modul 10 vollständig angerechnet werden. Damit lassen sich die in der Weiterbildung erworbenen Kompetenzen unmittelbar in den Studienverlauf integrieren. Die Weiterbildung umfasst fünf mehrtägige Seminarblöcke und verbindet theoretische Grundlagen, methodisches Lernen, eigenes Erleben und fachliche Reflexion. Gemeinsam mit Campus 3L entwickelt das IfEP das bestehende Weiterbildungsformat darüber hinaus zu einem wissenschaftlich fundierten und hochschulisch anschlussfähigen Certificate of Advanced Studies (CAS) weiter.

    Weitere Informationen:

    Termine und Anmeldung 2027: ifep.campus-lll.de


    Urbanes Pilgern: Diakonische Orte mit anderen Augen wahrnehmen

    (31.08.2026) Was macht einen Ort eigentlich zu einem diakonischen Ort? Und wo lässt sich Diakonie entdecken, wenn man nicht gezielt nach ihr sucht? Mit diesen Fragen waren die Teilnehmenden des Vertiefungsworkshops „Urbanes Pilgern“ am 26. August 2026 in Kassel unterwegs. Der Workshop fand im Rahmen des Projekts „Diakonisch und profiliert 2026“ statt, das von der Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus Kassel in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Erlebnispädagogik der Evangelischen Hochschule Hessen durchgeführt wird.

    Das Bildungsformat griff Impulse aus der Tradition der Straßenexerzitien auf und übertrug sie auf die Auseinandersetzung mit diakonischem Handeln. Im Mittelpunkt stand dabei nicht das gezielte Aufsuchen bekannter diakonischer Einrichtungen. Vielmehr wurde die Stadt selbst zum Erfahrungs- und Reflexionsraum.

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      Die Stadt als Erfahrungsraum

      Der Tag begann mit einem gemeinsamen Ankommen und Kennenlernen in den Räumen der Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus Kassel. Ein kurzer inhaltlicher Impuls führte anschließend in die Grundidee der Straßenexerzitien ein: unterwegs zu sein, ohne bereits zu wissen, was einem begegnen wird, und aufmerksam zu werden für Orte, Menschen und Situationen, die berühren, irritieren oder Fragen aufwerfen.

      Anschließend machten sich die Teilnehmenden einzeln auf den Weg durch Kassel. Für mehrere Stunden gab es weder eine festgelegte Route noch ein bestimmtes Ziel. Sitzen, verweilen, einkehren und Umwege waren ausdrücklich erlaubt. Wegimpulse begleiteten die individuelle Erkundung: Was zieht meine Aufmerksamkeit auf sich? Was irritiert mich? Wo entdecke ich mitten im alltäglichen Leben Spuren diakonischen Handelns?

      Gerade das Unterwegssein ohne festes Ziel erwies sich dabei als wesentlicher Bestandteil des Lernprozesses. Statt die Stadt unter funktionalen Gesichtspunkten zu durchqueren, waren die Teilnehmenden eingeladen, genauer hinzusehen, wahrzunehmen und zunächst einmal offen zu lassen, was eine Beobachtung für sie bedeuten könnte.

      Diakonisches Handeln neu entdecken

      In der anschließenden gemeinsamen Reflexion wurde deutlich, wie ungewohnt und zugleich wertvoll es sein kann, sich im Alltag bewusst Zeit für Wahrnehmung zu nehmen: nicht unmittelbar einzuordnen oder zu handeln, sondern zunächst aufmerksam für das zu werden, was da ist.

      Damit öffnete sich auch die Frage nach „diakonischen Orten“ neu. Diakonie zeigte sich nicht nur dort, wo Einrichtungen oder Angebote ausdrücklich als diakonisch gekennzeichnet sind. Sie wurde ebenso dort wahrnehmbar, wo Menschen einander zuhören, einander verstehen wollen oder Räume entstehen, in denen Würde, Mitmenschlichkeit und Solidarität erfahrbar werden.

      Gleichzeitig gehörten Irritationen und Brüche zu den Erfahrungen des Tages: raue Töne im öffentlichen Raum, verschlossene Kirchen oder Situationen, in denen Zugewandtheit und Hoffnung gerade nicht sichtbar wurden. Auch diese Beobachtungen wurden zum Ausgangspunkt für die Frage, was diakonisches Handeln heute auszeichnet und welche Haltung es im beruflichen und gesellschaftlichen Alltag braucht.

      Erfahrungsorientierte Bildungsarbeit mitten im Alltag

      Das urbane Pilgern machte damit exemplarisch sichtbar, wie erfahrungsorientierte Bildungsarbeit persönliche Wahrnehmung, fachliche Reflexion und die Auseinandersetzung mit diakonischen Werten miteinander verbinden kann. Der Stadtraum wurde zu einem Lernort, an dem diakonisches Profil nicht abstrakt diskutiert, sondern im konkreten Alltag gesucht, hinterfragt und neu entdeckt werden konnte.

      Prof. Dr. Germo Zimmermann, Leiter des Forschungsinstituts für Erlebnispädagogik der Evangelischen Hochschule Hessen, sieht darin eine besondere Stärke des Formats: „Urbanes Pilgern verändert für eine Zeit lang die gewohnte Perspektive auf den eigenen Alltag. Wer ohne festgelegtes Ziel unterwegs ist und sich auf genaues Wahrnehmen einlässt, entdeckt Fragen, Begegnungen und Orte, die sonst leicht übersehen werden. Gerade darin liegt für die diakonische Bildungsarbeit eine große Chance: Werte werden nicht nur besprochen, sondern in konkreten Erfahrungen entdeckt, reflektiert und mit dem eigenen beruflichen Handeln verbunden.“

      Über das Projekt

      Das Projekt „Diakonisch und profiliert 2026“ unterstützt die diakonische Profilbildung von Mitarbeitenden der Mitgliedseinrichtungen der Arbeitsgemeinschaft Diakonischer Dienste (AGDD) in der Region Kassel. Ziel ist es, Mitarbeitende dabei zu begleiten, die Grundlagen und Werte diakonischen Handelns zu entdecken, zu reflektieren und im beruflichen Alltag bewusst zu gestalten. Das Projekt wird durch die Diakonie Hessen gefördert.


      Hochschulkooperation mit der HfH Zürich unterstützt Stottertherapie

      StotterChamp: Erlebnispädagogik und Stottertherapie im Zusammenspiel

      (22.07.2026) Das Forschungsinstitut für Erlebnispädagogik der Evangelischen Hochschule Hessen kooperiert weiterhin mit der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich im Rahmen des StotterChamps. Das Therapiecamp richtet sich an stotternde Jugendliche und verbindet sprachtherapeutische Angebote mit erlebnispädagogischen Aktivitäten. Fachlich knüpft das Konzept unter anderem an den Non-Avoidance-Ansatz der Stottertherapie an, der mit der Leitidee „Nicht vermeiden – Stottern zeigen“ verbunden ist. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die Veränderung des Sprechens, sondern auch die Auseinandersetzung mit Angst, Vermeidungsverhalten, Selbstbild und sozialer Teilhabe. Jugendliche werden ermutigt, sich in einem geschützten Gruppenkontext mit ihrem Stottern zu zeigen, eigene Symptome bewusster wahrzunehmen, neue Formen des Umgangs mit Sprechblockaden zu erproben und sprechtechnische Erfahrungen zu sammeln.

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        Erfahrungslernen als Brücke zwischen Therapie und Alltag

        Die erlebnispädagogischen Elemente des Camps eröffnen Erfahrungsräume, in denen therapeutische Themen handlungsorientiert bearbeitet und in konkrete Situationen übersetzt werden können. Kooperationsübungen, Outdoor-Aufgaben, Bogenschießen oder herausfordernde Alltagssituationen schaffen reale Kommunikationsanlässe und ermöglichen Erfahrungen von Selbstwirksamkeit, Gruppenzugehörigkeit und Mut. Besonders das Bogenschießen verdeutlicht die Verbindung von körperlicher Erfahrung und sprachtherapeutischer Reflexion: Atmung, Spannung, Loslassen, Technik, Konzentration und Zielorientierung lassen sich unmittelbar mit Erfahrungen beim Sprechen und Stottern in Beziehung setzen. So wird Erlebnispädagogik zu einem Transfermedium: Therapeutische Inhalte bleiben nicht im Übungsraum, sondern werden handelnd erprobt, körperlich erfahren, gemeinsam reflektiert und auf alltägliche Kommunikationssituationen bezogen. „Wir schätzen die Kooperation mit der EHH sehr. Für das Projekt mit dieser im deutschsprachigen Raum einzigartigen Kombination von Erlebnispädagogik und Sprachtherapie ist die Fachexpertise der EHH fundamental und ein prägender Erfolgsfaktor sowohl für das Therapieangebot für Jugendliche als auch für die Ausbildung der angehenden Logopäd:innen. Im Bereich des sprachtherapeutischen Bogenschießens konnten empirisch gestützte Vorgehensweisen dank der Kooperation entwickelt werden“, sagt Prof. Wolfgang Braun von der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik Zürich.

        Transfer erlebnispädagogischer Expertise in die Praxis

        Für das Forschungsinstitut für Erlebnispädagogik ist die Kooperation mit dem StotterChamp ein Beispiel dafür, wie erlebnispädagogische Konzepte in spezialisierten pädagogisch-therapeutischen Handlungsfeldern wirksam eingebracht werden können. Im Mittelpunkt steht dabei der Transfer wissenschaftlich fundierter erlebnispädagogischer Ansätze in professionelle Praxis. Erlebnispädagogische Fachkräfte unterstützen vor Ort dabei, Aktivitäten so zu gestalten, dass sie mit sprachtherapeutischen Zielsetzungen verknüpft, pädagogisch verantwortet und anschließend reflektiert werden können. Zugleich entsteht ein Lernfeld, in dem Fachkräfte und Studierende erleben, wie Theorie, therapeutisches Handeln und Erfahrungslernen ineinandergreifen. „Ich freue mich sehr über die Zusammenarbeit der letzten Jahre mit der HfH Zürich und dem StotterChamp. Dieses Projekt zeigt eindrücklich, wie Erlebnispädagogik Jugendliche darin unterstützen kann, neue Erfahrungen mit sich selbst, mit anderen und mit dem eigenen Sprechen zu machen. Für die weitere Arbeit wünsche ich allen Beteiligten weiterhin viel Erfolg und den Jugendlichen stärkende, mutmachende Erfahrungen“, sagt Prof. Dr. Germo Zimmermann, Direktor des Forschungsinstituts für Erlebnispädagogik der Evangelischen Hochschule Hessen.

        Zu den Seiten des StotterChamps der HfH Zürich