International Science Camp 2.0 in Armenien

Wissenschaftlicher Austausch zwischen Tradition und Transformation

Vom 5. bis 11. Juli 2026 fand an der Vanadzor State University (VSU) in Armenien das zweite International Science Camp 2.0 unter dem Leitthema „Sustainability: Between Tradition and Transformation“ statt. Das International Science Camp wurde im Rahmen des DAAD-Programms Ostpartnerschaften gefördert und gemeinsam von der Vanadzor State University (VSU), Armenien, der Evangelischen Hochschule Hessen (EHH) sowie der Academy of Culture and Arts Uzhhorod, Ukraine organisiert. 

Für die inhaltliche und organisatorische Durchführung verantwortlich waren die armenischen Kolleginnen Dr. Armine Harutyunyan und Prof. Dr. Shushan Karyan, die ukrainischen Kolleginnen und Kollegen Yelizaveta Babiak M.A., Maksym Moshchak M.A. und Natalia Moshchak M.A. sowie die Vertreterinnen der Evangelischen Hochschule Hessen Prof. h.c. Dr. Marina Metz und Prof. Dr. Elke Schimpf.

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    Ein internationales Wissenschaftsprojekt mit Tradition

    Das Science Camp knüpft an eine von Prof. h.c. Dr. Marina Metz entwickelte neue Idee zum Aufbau von Forschungsnetzwerken an. Mit diesem innovativen internationalen Format wird das Ziel verfolgt, Studierende, Nachwuchswissenschaftler*innen und Lehrende verschiedener Länder in einem gemeinsamen wissenschaftlichen Lern- und Forschungsraum zusammenzubringen. Im Mittelpunkt stehen der fachliche Austausch, die Entwicklung gemeinsamer Forschungsimpulse, die Förderung nachhaltiger internationaler Hochschulkooperationen sowie das gegenseitige Lernen über kulturelle und disziplinäre Grenzen hinweg. Nach der erfolgreichen Premiere des International Science Camps in Deutschland wurde diese Tradition nun in Armenien fortgeführt.

    Auftakt in Jerewan: Geschichte, Erinnerung und Begegnung

    Bereits vor dem offiziellen Beginn des Science Camps trafen sich die deutschen und ukrainischen Delegationen für einen dreitägigen gemeinsamen Aufenthalt in Jerewan. Dieses vorbereitende Programm bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, Armenien und seine Geschichte kennenzulernen sowie erste persönliche Kontakte zu knüpfen. Neben einer Stadtführung durch die armenische Hauptstadt Jerewan stand der Besuch der Gedenkstätte und des Museums zum Armenischen Genozid (Tsitsernakaberd) auf dem Programm. Die intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte Armeniens regte bereits zu Beginn der Reise vielfältige Gespräche über Erinnerungskultur, Menschenrechte, Frieden und gesellschaftliche Verantwortung an und bildete damit einen wichtigen inhaltlichen Einstieg in das Thema des Science Camps.

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      Wissenschaftlicher Austausch in Vanadzor

      Insgesamt nahmen rund 40 Bachelor- und Masterstudierende, Promovierende, Wissenschaftler*innen und Lehrende aus Armenien, Deutschland und der Ukraine teil. Eine Woche lang arbeiteten sie gemeinsam an Fragen nachhaltiger Entwicklung aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven. Das Programm umfasste Fachvorträge, Forschungspräsentationen, Workshops sowie interaktive Diskussionsformate. Im Mittelpunkt standen Themen wie soziale Nachhaltigkeit, Migration und Flucht, kulturelles Erbe, Bildung, Kunst und Kultur, Digitalisierung sowie gesellschaftliche Transformationsprozesse. Mit der Einladung durch den neuen Rektor der Universität, Prof. Dr. Armen Tsaturyan, setzte die VSU ein deutliches Zeichen für die Bedeutung internationaler wissenschaftlicher Kooperationen. Der Rektor begrüßte die Teilnehmenden persönlich sowohl an der Universität als auch im Gästehaus und unterstrich in seiner Ansprache die Rolle akademischer Netzwerke für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung.

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        Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis

        Besonderen Wert legte das Science Camp auf den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis. Die Teilnehmenden präsentierten aktuelle Forschungsprojekte, diskutierten methodische Zugänge und entwickelten gemeinsam neue Ideen für zukünftige internationale Kooperationen. Die interdisziplinäre Zusammensetzung der Gruppe eröffnete vielfältige Perspektiven und führte zu intensiven fachlichen Diskussionen sowie zur Entstehung neuer wissenschaftlicher Netzwerke und Projektideen.

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          Nachhaltigkeit erleben: Kultur, Begegnungen, Freundschaften

          Ein weiterer Schwerpunkt des Camps war das gegenseitige Kennenlernen der kulturellen und historischen Kontexte der Partnerländer. Ein besonderes Highlight bildete die Exkursion zu den mittelalterlichen Klöstern Haghpat und Sanahin in der Provinz Lori, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in die armenische Geschichte, Architektur und Spiritualität und diskutierten vor Ort den Zusammenhang zwischen kulturellem Erbe, kultureller Identität und nachhaltiger Entwicklung.

          Ebenso wichtig wie der wissenschaftliche Austausch waren die zahlreichen informellen Begegnungen. Einen besonderen Rahmen dafür bot das Gästehaus in Bazum, malerisch in den Bergen der Region Lori gelegen. Mit seinen großzügigen Gemeinschaftsbereichen, den weitläufigen Außenanlagen und der ruhigen Umgebung bot dieser Ort ideale Voraussetzungen für Begegnungen weit über das offizielle Programm hinaus. So gehöhrten gemeinsame Abende mit Live-Musik, traditionellen Tänzen und der armenischen Küche zu den unvergesslichen Höhepunkten. Spezialitäten wie Lavash, Dolma, Gata und Pakhlava wurden gemeinsam zubereitet und verkostet. Die Zutaten stammten von regionalen Märkten und lokalen Produzenten und unterstrichen damit auch im kulinarischen Bereich den Gedanken nachhaltigen Handelns und regionaler Wertschöpfung. Gemeinsame Mahlzeiten, Gespräche bis in die Abendstunden, spontane Diskussionsrunden sowie Freizeitaktivitäten stärkten den persönlichen Austausch und ließen neue Freundschaften entstehen.

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            Ein Format mit Zukunft

            Das International Science Camp hat sich inzwischen als fester Bestandteil der internationalen Kooperation zwischen den Partnerhochschulen etabliert. Es verbindet wissenschaftliche Kompetenz mit interkultureller Begegnung und schafft einen Raum, in dem Forschung, Lehre und persönliche Erfahrungen auf besondere Weise miteinander verbunden werden. Gleichzeitig trägt es zur Internationalisierung der beteiligten Hochschulen bei, stärkt langfristige Partnerschaften und eröffnet Studierenden sowie Wissenschaftler*innen neue Perspektiven für gemeinsame Forschungs- und Bildungsprojekte.

            Mit dem zweiten International Science Camp in Vanadzor wurde eindrucksvoll deutlich, dass Nachhaltigkeit nicht nur Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen ist, sondern vor allem durch internationale Zusammenarbeit, gegenseitiges Vertrauen und persönliche Begegnungen gelebt wird. Damit setzt das Konzept seine Erfolgsgeschichte fort und bildet eine tragfähige Grundlage für zukünftige internationale Wissenschaftskooperationen.