Begleitforschung der Erprobungsräume in der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR)
Projektleitung:
Prof. Dr. Stefan Jung, Prof. Dr. Tobias Faix (beide EHH); Prof. Dr. Roland Schöttler (Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, Bochum); wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. Greta Herzogenrath
Projektlaufzeit:
seit 2021 (noch laufend)
Förderung:
Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR)
Kooperationspartner:innen:
Evangelische Kirche im Rheinland (Projektleitung Erprobungsräume: Miriam Hoffmann); Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, Bochum; wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. Sandra Bils, Prof. Dr. Florian Karcher (beide EHH)
Projektbeschreibung:
Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) fördert sogenannte Erprobungsräume. Das sind Initiativen, die neue Formen kirchlichen Lebens außerhalb der gewohnten Strukturen der Ortsgemeinde ausprobieren, etwa Angebote für bestimmte Zielgruppen, aufsuchende Arbeit im Stadtteil oder Segensfeiern an ungewohnten Orten. Seit 2021 begleitet ein Forschungsteam der Evangelischen Hochschule Hessen und der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe diese Initiativen wissenschaftlich. Dabei werden nicht nur die Erfahrungen der Menschen in den Erprobungsräumen betrachtet. Auch die Perspektiven kirchlicher Verantwortungsträger*innen, beispielsweise in Kirchenkreisen, fließen in die Forschung ein. So entsteht ein Bild davon, was vor Ort erprobt wird, wie diese Veränderungen innerhalb der kirchlichen Strukturen wahrgenommen werden und welche Bedingungen Erneuerungsprozesse fördern oder begrenzen. Die Ergebnisse werden regelmäßig ausgewertet und in Zwischenberichten, ThinkTanks, Vorträgen sowie in weiteren Formaten und Veröffentlichungen zugänglich gemacht.
Das Projekt geht zwei Fragen nach: Wie entsteht Kirche in den Erprobungsräumen und wie lernt die Landeskirche als Organisation aus diesen Erprobungen? Die Ergebnisse werden regelmäßig mit Beteiligten aus Initiativen, Kirchenkreisen und Kirchenleitung besprochen.
Die bisherigen Befunde zeigen: Erprobungsräume übernehmen für viele Teilnehmende die Funktion einer Gemeinde und verstehen sich zugleich als Teil der Landeskirche. Für ihr Gelingen sind Personen wichtig, die zwischen Initiative und kirchlicher Organisation vermitteln. Den Kirchenkreisen kommt eine strategische Rolle zu, weil sie Ressourcen bündeln und Entscheidungsspielräume schaffen können. Auf dieser Grundlage hat das Forschungsteam Empfehlungen für die künftige Innovationsförderung der EKiR erarbeitet. Die Erkenntnisse sind mitunter auch für Organisationen der Sozialwirtschaft mit vergleichbaren Veränderungsaufgaben anschlussfähig.
Weitere Informationen
- Zwischenbericht 2022: https://erprobungsraeume.ekir.de/wp-content/uploads/2022/11/Zwischenbericht-Erpobungsra%CC%88ume-04.pdf
- Zwischenbericht 2024: Was, wenn es funktioniert? https://erprobungsraeume.ekir.de/wp-content/uploads/2022/11/Erprobungsraeume_A5_Online-Version-090124-reduziert.pdf
- Buch „Erprobung empirisch“ (Open Access): https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/detail/index/sArticle/58684
- Zwischenbericht 2025: https://erprobungsraeume.ekir.de/wp-content/uploads/2022/11/2026.04.13-Zwischenbericht-Forschungsjahr-2025_final.pdf
Kontakt:
Evangelische Hochschule Hessen
University of Applied Sciences
Hugo-Preuß-Straße 40
34131 Kassel
stefan.jung@eh-hessen.de